„LAIB und SEELE“
„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!“
Bekanntlich zweifelt wohl keiner an der Richtigkeit dieser Volksweisheit. Dass aber jeder wirklich die Gelegenheit hat, diese Erfahrung zu machen, ist zu einem nicht geringen Anteil Aktion zu danken, die die „Berliner Tafel e.V.“ in Zusammenarbeit mit dem rbb und Berliner Kirchengemeinden an Weihnachten 2004 ins Leben rief.
In leichter Abwandlung stoßen wir nun auf „LAIB und SEELE“. So nennt sich die Initiative, deren Ziel es ist, möglichst vielen Menschen mit geringem Einkommen eine kleine und sinnvolle Ergänzung zu ihrer Grundversorgung zu ermöglichen.
Längst hat es sich unter Betroffenen herumgesprochen, dass
um dieses Projekt in Gang zu halten.
Dabei begegnen sich Menschen. Die, die berechtigt sind, können „einkaufen“ (pro Erwachsener ab 18 Jahre 1,- € für alles). Sie werden von Mitarbeitern begleitet, um Wünsche nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Für jeden kann etwas gefunden werden: ein Lebensmittel für den Leib, ein Kleidungsstück oder auch ein Gespräch für die Seele.
Doch wie steht es nun um den zweiten Teil unserer oben bemühten Weisheit: „Essen und Trinken hält Leib und Seele !“?
Von der Begegnung zwischen Betroffenen unseres Pankower Stadtteils Weißensee und vielen Ehrenamtlichen war schon die Rede. Doch es geschieht noch wesentlich mehr, Wichtiges und nicht weniger Entscheidendes:
Mittwochs ist Ausgabetag, an dem von 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr sich 120 und mehr Menschen Lebensmittel abholen. Aber diese Waren müssen herangeschafft werden. So sind einige Fahrer montags, dienstags und mittwochs unterwegs zu den Märkten. Dankenswerter Weise sponsert uns die Firma LEX einen Kleintransporter!
Für die anderen Mitarbeiter beginnt die Arbeit am Morgen, um Gemüse zu putzen, Großpackungen zu teilen, die Verwertbarkeit zu überprüfen und eine freundliche Atmosphäre zu schaffen.
Das Wertvollste für alle aber ist das Miteinander. Der anfänglichen, noch distanzierten Neugier aufeinander folgte ein vertrauter Umgang miteinander. Dem Kennenlernen folgte ein sich schätzen lernen, das den anderen respektiert und ernst nimmt unter dem Aspekt, miteinander etwas bewegen zu wollen.
Das ist Ökumene pur: Ob bei Morgenandacht, bei der Arbeit oder bei dem gemeinsamen Frühstück.
Möge Segen darauf ruhen.