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Wir über uns


Wer wir sind

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
Was das ist, fragen Sie? Mit Recht. Wir wollen Ihnen sagen, wer wir sind und was wir glauben, und Sie über unsere Veranstaltungen informieren.

Die Kapelle heuteDie Bezeichnung "evangelisch-freikirchlich" gibt es nur in Deutschland. Weltweit sind wir als "Baptisten" bekannt. Daß wir "evangelisch" sind, besagt, daß unsere Wurzeln in der Reformation liegen, die 1517 in Wittenberg ihren Anfang nahm, als Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte (Evangelisch-Lutherische Kirche). Schnelle Ausbreitung sorgte dafür, daß 1523 durch Huldrich Zwingli in Zürich und Jean Calvin in Genf die Reformation auch in der Schweiz Fuß gefaßt hat (Evangelisch-Reformierte Kirche). Hier begann dann - als dritter Flügel der Reformation (auch linker oder radikaler Flügel genannt) - die Täuferbewegung mit Balthasar Hubmaier als führendem Theologen. Anfang 1525 gründete sich in Zürich die erste Täufergemeinde, die die Glaubenstaufe durch Untertauchen vollzog - so wie das auch die ersten Christen taten; und zwar an Menschen, die sich selbst und freiwillig für den Glauben entschieden hatten. Von "taufen, untertauchen" leitet sich der später von den Gegnern gegebene Name "Baptisten" ab. Widerstand und Verfolgungen sorgten nicht nur für Zerstreuung der Taufgesinnten, sondern dadurch auch für ihre Ausbreitung. Nach 1609 formierten sich zunächst in England Baptisten-Gemeinden.

Den reformatorischen Kirchen gemeinsam ist das "sola scriptura", "allein die (Heilige) Schrift". Die Bibel allein ist Grundlage und Maßstab für Glauben und Leben. Dazu gehört der Glaube an Jesus Christus "als alleingültigen Erlöser" und die Rechtfertigung des Sünders aus Glaube und Gnade.

Und was heißt "freikirchlich"? Der Begriff "Freikirche" begegnet zuerst 1843 in der "Free Church of Scotland", einer Abspaltung von der Schottischen Staatskirche. Auf dem Hintergrund von Staatskirche, Volkskirche und Landeskirche hebt sich die freikirchliche Gemeindebewegung ab. Das Gemeindeverständnis, das die Täufer auf der Grundlage des "sola scriptura" gewonnen haben, kann man statt "freikirchlich" auch als "freiwillig" verstehen. Freikirchliche Grundforderungen sind:

Glaube - Taufe - Mitgliedschaft
Glaube und Taufe als Zugehörigkeit zu Christus und Mitgliedschaft in der Gemeinde - in dieser Reihenfolge - sind nur möglich auf Grund einer persönlich getroffenen Entscheidung. Denn "der Glaube kommt aus dem Hören, das Hören aber durch das Wort Christi" (Römerbrief 10,17). So ist der Glaube die Voraussetzung für die Taufe. Deshalb lehnen wir konsequenterweise die Kindertaufe ab, die erstmals Ende des 2. Jahrhunderts nachweisbar ist und ab dem 6./7. Jahrhundert üblich wird.

Trennung von Staat und Kirche
Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet, bewußt unabhängig und frei zu sein von jeglicher staatlicher Einflußnahme auf die kirchlichen Angelegenheiten und von Privilegien seitens des Staates. Das betrifft besonders den Bereich Ausbildung und Finanzen. Statt Kirchensteuern ist in allen Geldangelegenheiten Freiwilligkeit angesagt. Auch das Eintreten für Glaubens- und Gewissenfreiheit als elementarem Menschenrecht ist hier zu nennen.

Gemeinde statt Kirche
Unser Verständnis von "Gemeinde" knüpft an das der Täufer an. Dabei ist entscheidend, daß die Gemeinde eine sich immer wieder neu aufbauende lebendige Gemeinschaft von gläubig gewordenen Menschen ist. Dem entspricht, daß alle Glaubenden durch Initiative des Heiligen Geistes am Leben und an den Diensten der Gemeinde beteiligt sind und verbindlich und verantwortungsbereit leben. Das ist die Konsequenz aus dem Glauben. Es gibt kein zentral geordentes Amt, aber es gibt besondere Dienste und dafür Ausbildungs- und Schulungsangebote. Die meisten Aufgaben werden ehrenamtlich getan. Ziel der vielfältigen Dienste ist, Menschen das Angebot des Evangeliums zu machen und sie einzuladen zu einer Entscheidung für und einem Leben mit Christus.

Bund Evangelisch- Freikirchlicher Gemeinden
Als evangelisch-freikichliche Gemeinden sind wir in einem Bund zusammengeschlossen. Während die Autonomie der einzelnen Gemeinde gewahrt bleibt, werden größere Aufgaben wie Ausbildung, Schulung, Diakonie gemeinsam bewältigt. Dazu gehören auch die Beziehungen innerhalb des Baptistischen Weltbundes (BWA) sowie zu anderen Kirchen (Evangelische Allianz, Ökumene). Als Weißenseer Gemeinde haben wir gute nachbarliche Kontakte zur evangelischen und zur katholischen Kirche, die in verschiedenen gemeinsamen Veranstaltungen erlebbar werden.

In Deutschland wurde die erste Baptistengemeinde 1834 in Hamburg gegründet, in Berlin 1837. Heute gibt es in Berlin 30 Gemeinden mit 4300 Mitgliedern. Unsere Gemeinde in Weißensee wurde 1906 gegründet und hat knapp 200 Mitglieder. Im "Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)" sind ca. 900 Gemeinden und Zweiggemeinden mit ca. 87000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Der Baptistische Weltbund vertritt gegenwärtig ca. 42 Millionen Mitglieder in über 200 Ländern mit mehr als 100 Millionen Gottesdienstbesuchern.

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