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Zur Geschichte der Gemeinde

Unsere Kapelle um 1910
"Im Oktober 1881 eröffnete Bruder August Lehmpfuhl in der Prenzlauer Chaussee 3/4 eine Bäckerei. Zusammen mit zwei anderen Familien begannen sie in der Backstube eine Sonntagsschularbeit mit 7 Kindern. Am nächsten Sonntag waren es 13 und am dritten sogar 40 Kinder. Zur ersten Weihnachtsfeier zählte man bereits 70 Kinder. Als Sitzgelegenheit wurden die Backbretter mitbenutzt."

Diese Sätze aus einem Traktat zum 100-jährigen Jubiläum der Gemeinde machen deutlich, daß die Sonntagschularbeit am Anfang ein wichtiger Faktor im Gemeindeleben war.

Nachdem bald die Bäckerei nicht mehr genug Platz bot und auch die danach benutzten Räume in der Schlachterei eines anderen Gemeindegliedes zu klein geworden waren, weihte man 1887 einen Saal für 200 Personen ein; der erste Prediger wurde eingestellt.

Die Gemeinde war aber zunächst nicht selbständig, sondern gehörte zuerst zur Baptistengemeinde in der Schmidstraße, danach zu der in der Gubener Straße. Am 1. April 1906 allerdings wurde sie mit einer Mitgliederzahl von 165 in die Selbständigkeit entlassen. Wenige Jahre nach der Gemeindegründung konnte am 28. August 1910 nach nur sechsmonatiger Bauzeit die Kapelle in der Friesickestraße eingeweiht werden.

Die erste Orgel wurde im Jahre 1910 im Anschluß an den Kapellenbau von dem Orgelbauer Janott aus Neutomischeln erstellt. Zu den Kosten für den Kapellenbau mßte die Gemeinde auch noch 2500,- Mark für diese Orgel aufbringen. Der Orgelbauer, der auch dauernd in Geldschwierigkeiten war, mahnte damals eine fällige Ratenzahlung mit den Worten an, er brauche das Geld, da ihm ein Borstentier eingegangen war.

Die Evangelisationstätigkeit der Gemeindeglieder hatte in der Umgebung von Weißensee anfangs nur wenig bleibenden Erfolg. Im Jahre 1931 konnte aber in Bernau eine Zweiggemeinde gegründet werden, die heute ebenfalls eine selbständige Bundesgemeinde ist.

Nachdem die erste Orgel im Laufe der Jahre immer größere Summen für die Reparatur verschlungen hatte, beschloß man den Bau einer neuen. Diese von der Firma Steinmeyer & Co. aus Öttingen in Bayern für 17000,- Mark fertiggestellte Orgel wurde am 17.10.1937 mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Sie besaß 29 Register auf zwei Manualen und Pedal.

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